Vor der Insolvenz

Ist die Entscheidung zu einem Insolvenzverfahren getroffen, sind eine Vielzahl von wichtigen Details zu beachten. Häufig unterliegt der Schuldner dem fatalen Irrtum, dass es reicht, einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen, und der Insolvenzverwalter wird als eine “Art Berater” schon für den Rest sorgen.
Wer so das Insolvenzverfahren angeht, wird zügig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Aufgabe des Insolvenzverwalters ist im Prinzip in einen Satz zu erklären: “Soviel Geld für die Insolvenmasse reinzuholen wie möglich.” Dies führt nicht selten dazu, dass die Pläne des Schuldners konträr zu den Plänen des Verwalters laufen.

Eine Insolvenz sollte daher gut vorbereitet und der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens professionell formuliert sein. Ein fachgerechter Antrag beantwortet die wichtigsten Fragen und verhindert ein zeitraubendes Nachfragen seitens des Gerichts bzw. des Verwalters.

Besondere Gefahren für Verantwortliche juristischer Personen.
Nahezu sämtliche Insolvenzakten juristischer Personen werden vom Insolvenzrichter zur obligatorischen Prüfung eines Anfangsverdachts an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Die Zeit vor einen notwendigen Insolvenzantrag gleicht für Geschäftsführer und Vorstände dem Spaziergang in einem Minenfeld. Schon die häufig gut gemeinten Lohnzahlungen an die Mitarbeiter ohne zugleich die Sozialversicherungen dafür zu leisten, zieht nahezu in allen Fällen ein Strafverfahren nach sich.
Es ist daher unabdingbar im Vorfeld einer Insolvenz, über mögliche strafbare Handlung informiert zu sein und ggf. gegenzusteuern.